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Ravi Sinha

Unverständnis im Anteilseignerkreis

Der Duft von Big Business und unbekannten Investitionen weht in Kiels Landtag und zeigt das große politische Entscheidungsträger ziemliche Leichtmatrosen sind wenn es um Vorgänge jenseits der Schleswig Holstein Linie oder um die Vorgänge die zur HSH Pleite führten geht! Gleich zwei Simultandolmetscher mussten aus Berlin importiert werden um irgendeine Form der Verständigung zwischen Kiels Parlamentarischem Untersuchungsausschuss und dem Vertreter der Flowers Gruppe Ravi Sinha zu ermöglichen, etwas das nur im sprachlichen gelang. Die Flowers Gruppe vertritt Banken die mehr Geld verloren als der Gesamtwert des Landes Schleswig Holstein.
Die Sorgenfalten der stets an den Ausschussitzungen beteiligten Rechtsvertreter von Rainer Wiegard und Jochen Friedrich sowie der Vertreter der HSH Nordbank dürften angesichts von Mr. Sinhas Aussagen nicht gerade kleiner werden!

 

Die Flowers Frage

"Flowers ist kein Wohltätigkeitsverein, wir waren da um Geld zu verdienen!“
Eine Aussage von Ravi Sinha die alles einschließt, aber etliche Fragen bleiben! Fragen die beantwortet werden sind ziemlich einfach und zeigen das Verantwortliche aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der HSH weder für das Geschäft geeignet noch qualifiziert waren! Vor dem Einstieg bei der HSH habe man mit vielen Banken in Deutschland kommuniziert, Kontakte betrafen hauptsächlich den damaligen Anteilseigner WestLB, obwohl man auch mit Waas von der HSH in Kontakt war. Die Risikofreude von Waas hat wahrscheinlich der Flowers Geschäftsstrategie zugesagt. Nach dem Eintritt in die HSH waren Peiner, Stuhlmann und Berger die Personen mit denen er am meisten kommunizierte. Die Motive für den Flowers Einstieg lagen laut Sinha eindeutig auf den positiven Aussichten für deutsche Immobilien und den Mittelstand sowie das Schifffahrtsengagement der HSH.
Begleitet wurde Mr. Sinha von Stephan Grauke und Prof. Dr. Gerhard Schmidt von Weil Gotshal. Diese begleiteten schon die originäre Anteilsübernahme sowie die Kapitalerhöhung und die Auflösung der Einlagen.Ob diese zur Information oder Strafe für die 2 Milliarden Verluste der Flowers Group anwesend waren ist nicht geklärt!

 

Vorstands Einschätzungen

 

"Der Vorstand hat Risiken nicht erkannt und auf dieser Basis entschieden!"
Angesprochen auf das US Immobiliengeschäft der HSH erklärt Sinha das dies nicht im Interesse von Flowers war. Als Spieler dem das US Geschäft nicht ganz unbekannt ist befand Sinha das die HSH weder personell besetzt noch bereit für diese Art der Geschäfte war! Sinhas Angaben zum Vorstand sind ein vernichtendes Urteil, informationelle Unzulänglichkeiten auf allen Ebenen sowie unzureichende inhaltliche Aufklärung. Fragen über Risiken und die Anforderung von Informationen wurden mit einem Lächeln und einem freundlichen „Keine Sorge!“ beantwortet. Die verantwortlichen Entscheider hätten sich gegen Einmischung gewehrt, „Wir wurden als Fremde betrachtet die alles zu negativ sahen und vorsicht böser Wolf riefen!“ Der Vorschlag fähiges Personal von außerhalb zu beauftragen wurde ignoriert. „Flowers konnte umfangreiche Ressourcen von überall bekommen, die HSH war hier sehr beschränkt!“
Reibungen zwischen Luxemburg und dem Vorstand seien weitere Probleme die zum HSH Desaster führten – 35 Mrd. Euro gebündelt in Luxemburg, unter anderem die GS und Kaupthing Deals wurden völlig falsch zugeordnet um die Überprüfung zu erschweren! Ein generelles fehlen der korrekten Einschätzung der massiven Komplexität von Geschäftsvorgängen sei dem Vorstand anzukreiden und nicht entschuldbar! Dies insbesondere auf die massiven Schwankungen des Credit Investment Portfolio bezogen das mal bei 30- mal bei 50 Mrd. Euro lag!
Flowers habe Wachstumskapital investiert und der Vorstand sei damit verantwortungslos umgegangen!

 

Unverständnis der Ereignisse und Vorgänge

"Der Aufsichtsrat war nicht mit skeptischem und erfahrenem Personal besetzt!"
So schlimm wie die Einschätzung des Vorstands durch Mr. Sinha auch ausfällt, die Unfähigkeit des Personals im Aufsichtsrat ist nach Ansicht Sinhas noch eine Steigerung!
Keinerlei Erfahrung, nicht in der Lage Vorgänge zu analysieren hätten bis auf einige wenige Ausnahmen diese niemals mit der Kontrolle einer internationalen Bank betraut werden dürfen!
Tatsächlich sieht er hauptsächlich sich selbst sowie Wolfgang Peiner als Einzige die Vorgänge, wären sie kommuniziert wurden, richtig hätten einschätzen können.
Sieht man die Vorgänge aus Sinhas angelsächsischer corporate governance Brille würden wir diese Einschätzung sogar teilen.
Aus deutscher Sicht können wir Peiners andauernde umgehung oder verletzung deutscher Gesetze sowie die massiven Insider Deals als einen klaren Fall für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Bisher werden diese lediglich durch massive politische und private Interventionen verhindert, da ein Wolfgang Peiner vor Gericht massive Auswirkungen auf die Machtverhältnisse in Norddeutschland hätte. Das Wolfgang Peiner einer der Wenigen war die den Zustand der Bank korrekt einschätzten und dieses für sich behielten macht den Mann nicht gerade vertrauenswürdiger!

 

Was nicht gesagt wurde...

Bei seinem 3 Stunden Trip nach Kiel hat Mr. Sinha einige Fragen beantwortet, einige Fakten und Eindrücke kommuniziert.
Obwohl das Thema der Omega Transaktionen nur kurz angesprochen wurde äußerte er sich auch zu den (vorsätzlich?) vom Vorstand schlecht kommunizierten Einzelheiten; „Omega ist eine komplexe Materie, als man den Aufsichtsrat über die bereits durchgeführten Transaktionen informierte hörte es sich an wie; hier habt Ihr eine Info, lasst uns jetzt über etwas anderes reden! Ich persönlich habe nichts verstanden!“
Aufsichtsrat und Anteilseigner besprachen die Resignation Bergers. „Es war höchste Zeit das Berger ging, für die Restrukturierung war er nicht geeignet!“

Andere Dinge bleiben völlig unaufgeklärt und wurden von niemandem in der Runde angesprochen. Unter Ihnen die 45 Mio. Überweisung Bergers an Flowers Investor Goldman Sachs und die Vorgänge um die synthetischen Risiken des St. Pancras Deals unter Beteiligung der ebenfalls von Flowers besetzten HRE! Oder ob die Aufsichtsräte Otto und Driftmann ebenfalls solche Narren waren.

Es mag sein das Herr Sinha den Begriff Stupid German Money noch nie gehört hat, was er auf breiter Front impliziert ist das er es nur mit Stupid German People zu tun hatte. Wenn wir hier noch die uninformierten politischen Retter einschließen gilt für die Landesbank weiterhin; Das geht nicht gut!
Herr Sinhas kurze Kaffeepause von dringendem big banking in London wurde, zum Glück für einige in politischer Verantwortung, von der breiten Masse nicht so wahrgenommen.

 

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Kamischke RALF STEGNER I